M. an Georg Maior in [Regensburg]. - [Wittenberg, ca. 22. Februar 1546]

[1] M. teilt den Tod Luthers mit. Dieser starb in Eisleben, wo er sich zur Schlichtung des Streits [zwischen den Gff. Gebhard, Albrecht, Philipp und Johann Georg von Mansfeld, ⇨ 4121.3; ⇨ 4123.1] aufhielt, an einem Herzanfall. Einen solchen hatte er bereits im vergangenen Jahr im Dezember erlitten, wobei M. morgens zu Hilfe gerufen worden war und die richtige Diagnose gestellt hatte. Unterwegs wiederholte sich der Anfall.

[2] Drei Tage zuvor hatte Luther den Bericht über die beginnende Auseinandersetzung [auf dem Religionsgespräch: 4151] gelesen, den ihm M. durch besonderen Boten zugestellt hatte. Er äußerte sich erfreut über die Protestation [⇨ 4147; 4149; 4151.1] in einem Brief an M. [nicht 4158].

[3] Über die Thesen [Pedro de] Malvendas [⇨ 4151.2; ⇨ 4164.3; ⇨ 4180.4] wird M. durch einen besonderen Boten schreiben. Er schickt auf eigene Kosten denselben wie neulich [⇨ 4131.4].

[4] Grüße an [Laurentius] Zoch d.J., [Martin] Bucer, [Johannes] Brenz, [Erhard] Schnepf, [Martin] Frecht und [Johannes] Pistorius. Die Beilagen [ein Gedicht von Johannes Stigel, ⇨ 4168.2] soll Ma. an die Adressaten verteilen, namentlich an Gf. [Wolrad II.] von Waldeck[-Eisenberg], den er beglückwünscht [zur bevorstehenden Vermählung mit Gfn. Anastasia von Schwarzburg].

Fundort:
Abschrift: Marburg SA, Best. 115.7 Generalia Nr. 54 und Nr. 112. Unabhängig von MBW und mit teilweise anderen Ergebnissen ediert von Hans Schneider, Unbekannte Melanchthon-Briefe an Georg Major aus der Zeit des Regensburger Religionsgesprächs 1546 in den waldeckischen Beständen des Hess. Staatsarchivs Marburg: Geschichtsblätter für Waldeck 86 (1998), 6-24. ‒ MBW.T 15.
Datierung:
Datum: Die beiden getrennt liegenden Teile der Abschrift stammen von demselben Schreiber und ergänzen sich inhaltlich. Sie gehören also zusammen. Damit stehen Vf. und Adressat fest. Die Thesen Malvendas gelangten wohl mit dem Brief Ma.s vom 10. Februar (4151) oder dem in 2 genannten von Johannes Brenz nach Wittenberg. M. antwortet hierauf mit 4166a. Terminus ante quem ist der 8. März. Denn an diesem Tag hat M. in Gestalt eigener Thesen eine Antwort auf Malvenda, die er Nikolaus von Amsdorf zur Prüfung schickt (4180.4). Am 12. März läßt er an der Universität Wittenberg darüber disputieren (CR 12, 543-548 Nr. 58). Es ist jedoch anzunehmen, daß M. seinen Kollegen Ma. vom Tode Luthers, den er selbst am 19. Februar erfahren hat (⇨ 4163), möglichst bald unterrichtete, zumal der Wortlaut der Mitteilung nicht darauf schließen läßt, daß Ma. schon aus anderer Quelle informiert sein könnte. 4166a ist also wohl um den 22.2.1546 entstanden, auch wenn M. am 14.3.1546 Nicolaus Buscoducensis mit ganz ähnlichen Worten Luthers Tod mitteilt. Ma. hat jedoch zuerst durch einen Brief Amsdorfs aus Zeitz von Luthers Tod Kenntnis erhalten. Dies schreibt Brenz am 28. (nicht 29. Februar) an Amsdorf: CR 6, 64-66 Nr. 3398; K.E.Förstemann, Denkmale (1846), 132f Nr. 38 [H1795]. Hinweise auf diesen Brief verdanken wir Gerhard Menk und Fritz Wolff vom Hessischen Staatsarchiv Marburg.
Nachtrag:
Regest 4 zu ergänzen: Grüße an ... Schnepf, [Martin] Frecht und [Johannes] ...

Normdaten
Personen:

Amsdorf, Nikolaus von: GNDHagrid

Brenz, Johannes: GNDHagrid

Bucer, Martin: GNDHagrid

Buscoducensis, Nicolaus: GNDHagrid

Frecht, Martin: GNDHagrid

Luther, Martin: GNDHagrid

Maior, Georg: GNDHagrid

Malvenda, Pedro de: GNDHagrid

Mansfeld, Albrecht von: GNDHagrid

Mansfeld, Gebhard von: GNDHagrid

Mansfeld, Johann Georg von: GNDHagrid

Mansfeld, Philipp von: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Pistorius, Johannes: GNDHagrid

Schnepf, Erhard: GNDHagrid

Stigel, Johannes: GNDHagrid

Waldeck-Eisenberg, Wolrad II. von: GNDHagrid

Zoch, Laurentius d. J.: GNDHagrid

Orte:

Regensburg: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid