M. an Joachim Camerarius [in Leipzig].
- [Wittenberg, 25./26. April 1544]
[1] M. möchte wissen, ob C. das [Empfehlungs]schreiben an den Coburger Hauptmann Matthäus [von Wallenrode: 3510] erhalten hat. Es ist mager ausgefallen, da gleichzeitig eine Anfrage vom [kursächsischen] Hofe kam.
[2] Über das, was [Christoph von Carlowitz] von seinem Gespräch mit [Lgf. Philipp von Hessen am 10. April] in Speyer erzählte [Vermittlung des Lgf. zwischen Kf. Johann Friedrich und Hz. Moritz von Sachsen in deren Zwist um den Einfluß in Halle, ausgelöst durch des letzteren Absicht, seinen Bruder August zum Koadjutor des Eb. Albrecht von Magdeburg wählen zu lassen], wird man vielleicht bald Genaueres wissen. M. fürchtet noch mehr als die Waffen [des Kaisers] die Fehler des eigenen Lagers. Sein Trost ist, daß Gott die Kirche erhalten wird.
[3] Anbei die erbetene, aber fehlerhafte Druckschrift [⇨ 3518.4?]. Grüße an Frau [Anna] und die Kinder.
Fundort:
CR 5, 357f Nr. 2911; Cod.I, 364.
‒ MBW.T 13.
Datierung:
Datum: Nicht lange nach 3511, doch auch nach der Rückkehr des mit vester praefectus eindeutig definierten Leipziger Amtmanns Christoph von Carlowitz. Dieser war zusammen mit Georg von Komerstadt am 11. April aus Speyer abgereist (Pol. Korr. Moritz 2, S.55 Z.35-37 und S.57 Z.11f und Z.23-25). Letzterer schreibt am 27. April aus Leipzig über vorhergehende Verhandlungen (ebd. Nr. 592), muß also schon einige Tag dort gewesen sein, desgleichen Carlowitz, dessen Erzählung von C. gewiß unverzüglich an M. weitergemeldet wurde. Dessen Antwort 3537 ist offenbar geschrieben, bevor die Nachricht von C.s Rektorwahl eingetroffen war (⇨ 3535; ⇨ 3539), also spätestens am 26. April. Über das 2 erwähnte Gespräch vgl. den Bericht des Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich vom 11.4.1544: Pol. Korr. Moritz 2, 52-57 Nr. 590, bes. 2.