[1] Wenn [Konrad] Pellikan M.s Brief an ihn [322] früher dem E. gezeigt hätte, so hätte E. schon dem Joachim [Camerarius, ⇨ 319.2] einen Brief an M. mitgegeben. M.s Besuch wäre ihm willkommen gewesen, ganz im Gegensatz zu dem des kranken und mittellosen Hutten, der sogar Zwingli lästig wurde. E. würde gerne mit Luther und M. sprechen.
[2] Am Schreiben hinderte ihn die Publikation seines ersten Briefes an Luther [WAB 1, 410-414 Nr. 183], die Aleander Gelegenheit gab, bei [Papst] Leo und Bf. [Eberhard] von Lüttich gegen ihn zu intrigieren, und der durch Joachim [Camerarius] überbrachte Brief Luthers [Allen 5, 444-447 Nr. 1443; WAB 3, 268-271 Nr. 729] war vorher in Straßburg bekannt und wird gewiß aus Gewinnstreben gedruckt werden wie schon [CR 20, 699f; WAB 2, 428ff Nr. 451 mit 13, 43] und E. an [Johannes] Fabri [21.11.1523: Allen 5, 349f Nr. 1397, in: Iudicium E.Alberi ... , ⇨ 339].
[3] E. lobt M.s Loci [⇨ 132] und deutet die Grenzen seiner Zustimmung [zur reformatorischen Bewegung] an.
[4] Er erläutert seine Stellung zu Luther unter Hinweis auf seine Briefe an Kaiser und Fürsten, die Päpste Hadrian und Clemens, Kardinal [Lorenzo] Campeggio [Nachweise bei Allen], und kritisiert die Radikalen wie [Otto Brunfels] und [Farel],
[5] sowie [Wolfgang] Capito, [Caspar] Hedio, [Johannes Schott], Oekolampad und Zwingli und dessen von M. abweichende Stellung zu Bildern, Kleidern und Kirchengeboten [Adiaphora].
[6] Klage über den undankbaren [Hermann von dem Busche], den E. nach jenem Spanferkelessen [am Palmsonntag 1522], das dem Sigmund [Steinschneider] das Leben kostete, bei Bf. [Christoph] von Basel verteidigte [Epistola apologetica de interdicto esu carnium deque similibus hominum constitutionibus, 21.4.1522], und den er für den Verfasser jener von [Otto Brunfels] publizierten Epistola Erasmi Alberi [⇨ 339] hält.
[7] Mißtrauen gegen Capito, den Beschützer von [Brunfels] und des [Heinrich von] Eppendorf. Vertrauen in Hedio, dem E. M.s Brief an [Michael] Hummelberg [300] schickte, der ihn aber an Capito und dieser an [Eppendorf] weitergab.
[8] Des E. Verhältnis zu Zwingli.
[9] Seine Erfahrungen mit [Farel].
[10] E. vermißt bei diesen seinen Gegnern die Wirkungen des Evangeliums.
[11] Warum E. De libero arbitrio [⇨ 343] publizierte, trotz Luthers Friedensangebot [WAB 3, 268-271 Nr. 729], nämlich aus Rücksicht auf Leute wie [Angelo Colocci],
[12] doch ohne den Verfolgungen der Lutheraner Vorschub leisten zu wollen.
[13] [Lorenzo] Campeggio wollte durch [Friedrich Nausea?] E. veranlassen, M. [aus Wittenberg] abzuwerben.
[14] Mit Joachim [Camerarius] konnte E. wegen Krankheit und des Besuchs von [Hieronymus Laski] nicht genug besprechen; M. würde er mündlich alles sagen.