[1] Segenswunsch für D., Frau [Kunigunde] und die Kinder. Das Horoskop von D.s neugeborener Tochter [Magdalena] und Gottes Führung.
[2] Nach dem Tod des Kg. Johannes [Zápolya] von Ungarn wird [Kg.] Ferdinand die Annexion des restlichen Ungarn anstreben für den Sultan ein Kriegsgrund. Doch Gf. Albrecht von Mansfeld erfuhr, Suleiman sei gestorben, seine Nachfolge strittig. Die letzte [Sonnen]finsternis [⇨ 2403.2] war dem Orient ungünstig. Die ungarische Frage wird [Kaiser] Karl und [Kg.] Ferdinand eine Zeitlang von den deutschen Angelegenheiten fernhalten.
[3] M. hat aber Sorgen wegen des Erbschaftsstreites zwischen [Lgf. Philipp von Hessen] und [Hz. Heinrich] von Sachsen, nachdem [Kf. Joachim II. von] Brandenburg [⇨ 2291.6] abgefunden wurde. [Philipp, dessen Gemahlin Christina von Sachsen ebenfalls eine Tochter Georgs von Sachsen war,] soll wegen seiner [Doppelehe] nichts bekommen. M. betont, daß [Luther] und er bei dieser Angelegenheit getäuscht wurden, nicht von [Martin Bucer], sondern vom [Lgf.] selbst, der Gewissensnot heuchelte und mit Abfall drohte [⇨ 2317]. M. liebte ihn, der die [religiösen] Streitfragen sachkundig diskutierte, entschieden gegen Götzendienst eintrat und auch als Feldherr beachtlich war. Doch ist er wie Alkibiades, nicht so aufrichtig wie Achilles. Seine Liebestollheit und Sprunghaftigkeit erscheint M. als der Anfang des in seiner Familie erblichen Wahnsinns.
[4] Johannes Agricola, der Luther bei [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] verklagt hatte [⇨ 2446], ist gegen sein Wort in die Mark [Brandenburg] entwichen. Als Professor in Frankfurt[Oder] will er seinen Kampf gegen Luther fortsetzen. M. ist des Lebens überdrüssig.
[5] M. erwartet Post von D., besonders über den Kaiser und die ungarischen Angelegenheiten.