[1] Zu Sommerbeginn schrieb Kg. [Sigismund I.] von Polen, daß ein Angriff der Türken bevorstehe [⇨ 2266.1]. Jetzt brachte sein Gesandter [NN] aus Konstantinopel einen ewigen Frieden für ihn und seinen Sohn [Sigismund II. August] mit. Gesandte von Papst [Paul III.], Kg. [Franz I.] von Frankreich, Kg. Ferdinand und Venedig sind zu Friedensverhandlungen in Konstantinopel. Gleichzeitig muß der Kaiser wegen der islamischen Flottenoperationen in Spanien bleiben.
[2] Hungersnot in Italien.
[3] Kg. [Heinrich VIII.] von England erließ ein Edikt [⇨ 2272] gegen die evangelische Lehre, angeblich weil er seine Tochter [Maria Tudor] dem Kaiser vermählen will.
[4] Alle Städte im Hzt. Sachsen nahmen die reine Lehre gern an. [Justus] Jonas reformiert im Meißnischen, [Justus] Menius im [albertinischen] Thüringen. [Caspar] Cruciger ist noch in Leipzig. Der Senat der Universität nahm die evangelische Lehre an. Die Berufung des [Nikolaus von] Amsdorf wurde erörtert. Als Philologe ist C. im Gespräch.
[5.1] Widerstand leisten die Bischöfe [von Meißen und Merseburg] und die Domkapitel. Bf. [Johann VIII.] von Meißen gab sich zunächst reformfreundlich.
[5.2] Über seinen schillernden Katechismus [⇨ 2238], den Julius [Pflug] verfaßte.
[5.3] Des Bf.s Hinzuziehung zur Visitation fand schon Fürsprecher. Doch dann legte er ein kaiserliches Mandat vor, das [Hz. Heinrich] von Braunschweig[-Wolfenbüttel] mit dem Schutz der sächsischen Bischöfe betraut. [Kf. Johann Friedrich und Hz. Heinrich] von Sachsen kündigten ihm darauf den Schutz auf. Sie übten keine Gewalt. Doch können die Domherren das Stiftsgebiet nicht verlassen.