M. an Johannes Brenz in Schwäbisch Hall.
- Frankfurt/[Main], 13. März 1539
[1] Die Verhandlungen über einen Friedensvertrag schreiten nur langsam voran; Ursache dafür sind nicht nur die Sterne, sondern vor allem die Schlichter [Kf. Ludwig von der Pfalz und Kf. Joachim II. von Brandenburg] und der kaiserliche Gesandte [Johann von Weeze]. Die [Schmalkaldener] legten Artikel zu einem Friedensvertrag vor [⇨ 2155.2], worauf der kaiserliche Gesandte und die Schlichter unterschiedlich antworteten. Nach einem Wort des Kaisers droht Krieg. M. wundert sich über die Besonnenheit der [Schmalkaldener].
[2] M. verfaßte in der Mußezeit für den Ernstfall drei deutsche [Flugschriften] über das Widerstandsrecht, gegen Kriegsdienst feindlicher Untertanen und für Unterstützung des [Schmalkaldischen Bundes, ⇨ 2150.5].
[3] Man stritt sich wieder über das Widerstandsrecht gegen den Kaiser; vor zwei Jahren war mit Luther gemeinsam entschieden worden, daß es aufgrund der [Zweireichelehre] rechtens ist [1818.2]; Urbanus Rhegius hat auch ein Gutachten darüber abgegeben; B. soll M. seine Meinung darlegen.
[4] Eigenhändiger Gruß von Friedrich Myconius.
Fundort:
CR 3, 646f Nr. 1781.
‒ MBW.T 8.
Nachtrag:
3: Eine Abschrift des Gutachtens von Urbanus Rhegius befindet sich in London BL, Add. Ms. 17913, f.249r-256v.