[1] M. kam mit schlimmen Erwartungen nach [Schmalkalden], wo die Fürsten über das Konzil, die [Theologen] über die Lehre beraten sollten. Luther, Bugenhagen, Spalatin, Osiander, Veit [Dietrich], Urbanus Rhegius und Amsdorf, sonst nur Pack, sind gekommen, von den angeblichen Lehrabweichlern nur [Ambrosius] Blarer und Bucer.
[2] Die Theologen sollten sowohl eine gemeinsame Lehrform erarbeiten als auch feststellen, was bis zum äußersten zu verteidigen ist und was um des Friedens willen dem Papst zugestanden werden kann.
[3] Beides scheiterte.
[4] Statt dessen verfaßte M. den [Tractatus] über die Gewalt des Papstes und der Bischöfe [⇨ 1851.1], und die Übereinstimmung mit der CA wurde festgestellt [1852]. Die Fürsten billigten die [Wittenberger?] Konkordie [1744]. In der Abendmahlslehre genügte Bucer sogar den strengen [Lutheranern], Blarer blieb allgemein und wurde von Osiander angegriffen, was M. abbrach. Über den Minimalkonsens hinaus konnte wegen Luthers Krankheit von den Theologen nichts erreicht werden.
[5] Die Fürsten berieten, ob das Konzil abzulehnen oder unter Vorbehalt zu beschicken sei. M.s Eintreten für letzteres [⇨ 1847] wurde von den Hofräten für unrealistisch erklärt. M. bedauert, daß durch den Sieg der härteren Richtung die Spaltung der Kirche verewigt wird mit allen Folgen, woran einige Theologen sogar Gefallen finden. Dem Gesandten [Matthias Held] wurde also [am 28. 2.] geantwortet, der Kaiser möge statt des in Mantua ein freies Konzil veranlassen [Walch2 16, 2014-2023 Nr. 1236; CT 4, 81-87 Nr. 53].
[6] Da Veit [Dietrich] doch früher als erwartet abreist, wird M. die weiteren Ereignisse später berichten. Über Luthers Krankheit und [Georg] Sturtz' ärztliche Hilfe.