M. an Guillaume du Bellay [am französischen Hof]. - [Jena], 28. August 1535
[1] [Der Überbringer Barnabas] de Voré kann dem Kg. [Franz I. von Frankreich] und B. bezeugen, wie sehr M. mit Kf. [Johann Friedrich] von Sachsen um die Reisegenehmigung gerungen hat, die dieser wegen seiner eigenen Verhandlungen mit Kg. Ferdinand versagte.
[2] M. hält das vom Kf. gerügte [⇨ 1610.6] Zugeständnis des Kelchentzugs in dem Gutachten [1467] für den wahren Grund.
[3] Die verbreitete Kritik an M. entzündete sich an der deutschen Kurzfassung [CR 3, 830-837 Nr. 1876; WA 38, 386-395 mit WAB 7, 318; vgl. auch WAB 8, 602f Nr. 3408].
[4] M.s Mäßigung hat ihn nur bei den Ungelehrten in Verruf gebracht. Er beabsichtigt, im nächsten Frühjahr nach Frankfurt/[Main] und von da nach [Frankreich] zu reisen.
[5] B. und Kardinal [Jean du Bellay] mögen den Kg. weiterhin für die nötige Kirchenreform geneigt machen.
Fundort:
CR 2, 915f Nr. 1307; MSA 8, Nr. 273.
‒ MBW.T 6.