[1] St. erhielt M.s Brief [1564] vom 23.4. erst vor drei Tagen, da dessen Überbringer [Barnabas] de Voré sich zu Kg. [Franz I. von Frankreich], der sich in der Normandie und Picardie aufhielt, begab und M.s unversiegelten Brief nicht weiterleiten konnte. Am Hofe haben [Guillaume] und [Jean] du Bellay M.s Brief gelesen, den St. ohne Rücksprache mit diesen hiermit beantwortet.
[2] M.s Einwände gegen sein Kommen hat St. wie auch Bucers Brief [vom April 1535, vgl. Pollet, Bucer 2, 504 Anm.5] mit seinen Freunden erörtert.
[3] Auch sein erster Brief [1550] war von [Guillaume] du Bellay gebilligt, obgleich dieser an M. über das Konzil etwas anderes schrieb, und an des Kg.s Reformbereitschaft zweifelt St. nicht.
[4] Auch wenn M. nichts erreichen sollte, darf er die Einladung des Kg.s nicht zurückweisen,
[5] um nachteilige Folgen zu vermeiden.
[6] Der Einfluß von [Reform]gegnern ist bei diesem selbständig denkenden Kg. nicht zu fürchten, zumal M.s Gutachten [1467] gut aufgenommen wurde. M. wird mit dem Kg. offen diskutieren können.
[7] Der Kg. will die deutschen Religionswirren von Frankreich fernhalten, wozu ihm M.s Rat dienlich scheint.
[8] Die Mönche werden auf das im kleinen Kreis stattfindende Gespräch M.s mit dem Kg. keinen Einfluß haben. Die Beeinträchtigung des Konzils ist ebenfalls nicht gegeben.
[9] Über Papst [Paul III.] hörte St. Gutes, namentlich von [Julius] Camillus. Ein Mönch [NN] und Schüler des Gérard Roussel, den Kgn. [Margarete] von Navarra nach Rom entsandte, wurde vom Papst als Theologieprofessor angestellt.
[10] Grüße an M.s Frau und Familie, an Hieronymus [Schurff?] und an Martin Luther.