[1] M. ist bekümmert, weil der Affront gegen Kg. [Franz I.] von Frankreich [Plakataffäre] der [evangelischen] Sache zum Schaden gereicht, und aus Sorge über St.s Sicherheit sprach er mit Bucer [in Kassel, ⇨ 1513] über eine Berufung St.s nach Augsburg oder Tübingen. Da brachte St.s Brief [1550] hoffnungsvolle Nachrichten.
[2] Dessen Aufforderung zu kommen stellt M. vor eine schwierige Entscheidung, denn er befürchtet, nichts auszurichten.
[3] M. vermutet in Frankreich viele Schwarmgeister wie den unlängst [aus Wittenberg] ausgewiesenen Leugner der Gottheit Christi [Claudius Allobrox] und Aufrührer, deren Verfolgung M. befürwortet. Doch käme es darauf an, für die friedlichen Anhänger der [Reformation] Duldung zu erwirken.
[4] M. hält Straffreiheit für Austritt aus dem Mönchsstand für erreichbar, nicht aber für Kritik an Messe und Heiligendienst. Deshalb möchte er sich nicht mißbrauchen lassen und auch nicht einem Konzil vorgreifen.
[5] Nützlicher als M.s erfolgloser Besuch scheint ihm die Beeinflussung des Kg.s zur Beförderung eines Konzils.
[6] Sollte St. und dessen Freunde dennoch auf M.s Kommen bestehen, so müßte die Genehmigung des [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] eingeholt werden.