M. an Johannes Sturm [in Paris].
- [Jena, 28. August 1535]
[1] [Der Überbringer Barnabas] de Voré wird bezeugen, wie sehr sich M. bemüht hat, von Kf. [Johann Friedrich] die Erlaubnis zur Reise nach Frankreich zu bekommen. Für die Gründe der Verweigerung verweist M. auf seinen ausführlichen Brief an [Guillaume] du Bellay [1611] und bekennt sich zu seiner von den Radikalen beider Lager abweichenden Mäßigung und Konzentration auf das Wichtige.
[2] Unter Hinweis auf des [Jacopo] Sadoleto [Römerbriefkommentar, Lyon 1535] und auf [Guillaume] Budé, De transitu [Hellenismi ad Christianismum, Paris 1534] versichert M., daß derart feindliche Äußerungen ihn nicht abschrecken, sondern zur Diskussion mit solchen Gelehrten begieriger machen. Er sieht auf beiden Seiten Reformbedürftigkeit.
[3] Bei den Seinigen schwebt er deswegen wie Theramenes in [Lebens]gefahr, was er mit gutem Gewissen erträgt.
Fundort:
CR 2, 917f Nr. 1308; MSA 8, Nr. 274.
‒ MBW.T 6.
Datierung:
Datum wie 1611f.