M. an Joachim Camerarius in Nürnberg.
- [Wittenberg], 10. Januar 1535
[1] Am 9. Januar ist M. aus [Kassel] zurückgekehrt, wo er auf Einladung des [Lgf. Philipp von Hessen] im Gespräch mit Bucer [die lutherische] Lehre nicht seine eigene vom [Abendmahl] vertreten mußte. Der Lgf. unterhielt sich freundlich mit M.
[2] Der während M.s Abwesenheit eingegangene Brief des C. wurde dem [Jakob] Milichius, der gegenwärtig in Torgau ist, ausgehändigt. Die in dem heute eingetroffenen Brief des C. enthaltenen Nachrichten über [Hz. Ulrich von Württemberg] waren M. schon bekannt. M. freut sich, daß die Verbindung zu Simon [Grynaeus], die nicht ohne Schuld der [Wittenberger] abgebrochen war, wieder hergestellt ist.
[3] C. soll M. über die Rüstungen des Kaisers gegen Frankreich unterrichten. In Frankreich werden die Evangelischen verfolgt; M. sah das in Paris verbreitete Flugblatt [⇨ 1550.1] über das Abendmahl [Messe]. Er erwartet Briefe aus England; der [kursächsische] Hof verhält sich ablehnend.
[4] Gute Wünsche für das neue Jahr und ein Geschenk für C.s Frau [Anna].
Fundort:
CR 2, 822f Nr. 1240; MSA 8, Nr. 265; Cod.II, 25.
‒ MBW.T 6.