[1] B. hat das mit M. vereinbarte [Friedenswerk] mit dem lütticher Kanzler [Aegidius von Plackery] erwogen. Dieser gab M.s Gutachten über die bis zum Konzil zu duldenden Artikel [1062] dem [Bf. Eberhard von Lüttich], hält sie aber nicht für annehmbar, insbesondere die Heirat von Mönchen und die [evangelische] Messe.
[2] Er wünscht Erläuterungen, da er an der Aufrichtigkeit zweifelt, ein Verdacht, der auch dem [Bf. Eberhard] suggeriert wird.
[3] Dieser ist [Kf. Johann und Hz. Johann Friedrich von Sachsen] gewogen und wird auf einen gnädigen Abschied hinwirken, wenn nur des Kaisers Sinn für religiöse Formen nicht verletzt wird.
[4] Von M. erwartet [Bf. Eberhard] von Lüttich ein Gutachten, wie mit Zustimmung des Kaisers und des Legaten [Lorenzo Campeggio] die [evangelische] Messe geduldet und daneben Privatmessen auch gegen Gewalttätigkeiten des Volkes garantiert werden können.
[5] B. ermahnt ihn dazu unter Hinweis auf die Kriegsgefahr
[6] und warnt vor unzuverlässigen Bundesgenossen,
[7] hofft aber auf Frieden mit Duldung der lateinischen [evangelischen] Messe, sofern auch Privatmessen gehalten und die Meßpfründen restituiert werden.
[8] Grüße an die Freunde, namentlich an [Georg] Spalatin, der B. geschrieben hat.