M. an Eb. Albrecht von Mainz [in Augsburg].
- [Augsburg], 3. Juni 1530
[1] M. appelliert an A.s friedliebende Gesinnung und an seine fürstliche Verantwortung.
[2] Zur Vermeidung eines Krieges bietet M. die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der bischöflichen Kirchengewalt an, sofern Laienkelch, Priesterehe und evangelische Messe zugestanden werden. Unterschiede in der Häufigkeit der Messen dürfen nicht Anlaß zu einem Krieg sein.
[3] Denn ein Krieg würde nur den in Straßburg verborgenen Irrlehren nützen, und vielleicht wird [Lgf. Philipp von Hessen] die Führung übernehmen und mit den Schweizern gemeinsame Sache machen.
[4] Demgegenüber fordert M. ein Zusammengehen der Altgläubigen mit den [Lutheranern]. Die Gleichförmigkeit der Zeremonien ist für die Einheit der Kirche nicht unabdingbar. Luther ist sehr friedliebend.
Fundort:
G.Bossert: ARG 17 (1920), 67-69 [H3204]; MSA 7/2, 163-167 Nr. 158.
‒ MBW.T 4.