Als Kf. Ottheinrich von der Pfalz die Kolloquenten auffordern ließ, alle Streitigkeiten bis zu einer Synode der Stände Augsburgischer Konfession hintanzustellen und einmütig mit den Papisten zu verhandeln, stimmten alle zu, ausgenommen die Jenenser [Erhard Schnepf, Victorin Strigel, Johannes Stössel], die meinten, die internen Differenzen seien in kurzer Zeit zu bereinigen. M. antwortete, einiges ginge vielleicht schnell, wie das Problem [Georg] Maior oder die Adiaphora. Maiors These von der Heilsnotwendigkeit der guten Werke habe ihm nie gefallen; aber man solle jenen vor einer Verurteilung anhören; er verteidige diese These nicht mehr, während [Nikolaus von] Amsdorf und andere, die gegen ihn schrieben, antinomistische Ansichten verträten. Über Osiander sei das Urteil zwar publik [6294], aber da die Württemberger ihn nicht verurteilen wollten, bevor die beanstandeten Ausdrücke in seinen Büchern festgestellt seien, werde dies Zeit kosten. Ganz besonders aber die Abendmahlsfrage, worüber Calvin und [Joachim] Westphal weitläufig geschrieben hätten, müsse eingehend und unter mehr Teilnehmern beraten werden, da viele Länder und viele Glaubensflüchtlinge und Märtyrer betroffen seien. Er halte zwar Calvins Äußerungen für erklärungsbedürftig, finde aber bei Westphal und seinen Anhängern neue und ungewohnte Redeweisen, wodurch die Lehre von der Transsubstantiation und räumlichen Einschließung gestützt werde. Brenz riet, wenn die Papisten die Meinungsverschiedenheiten der [Evangelischen] ins Feld führen, solle man wie in Augsburg 1530 antworten, als Eck auf Widersprüche in Luthers Schriften hinwies, man sei nicht da, um Luther zu verteidigen, sondern die CA.