[1] M. schickt sein Gutachten über ein Treffen mit Johannes Brenz zur Weitergabe an Hz. Albrecht von Preußen. Er mißbilligt eine Einmischung in den [osiandrischen] Streit. Wichtiger ist ihm, die bestehende Eintracht der anderen [evangelischen] Kirchen in der Rechtfertigungslehre zu bewahren. Segenswunsch für A., seine Gemahlin [Anna] und Prinz [Alexander].
[2] Zettel: Der Bote [NN] wartete bis 31. März auf M.s Antwort. M. will das preußische Buch [Albrechts Bekenntnis, ⇨ 7161.2] weiterhin bei sich behalten, denn wenn es die thüringischen [Theologen Erhard Schnepf u.a.] lesen, wird Streit entstehen.
[3] Gutachten:
[3.1] Eine Beratung M.s mit Johannes Brenz über den osiandrischen Streit erscheint untunlich. Differenzen mit einer von [Joachim] Mörlin geplanten Synode in Braunschweig können zu neuer Spaltung führen.
[3.2] Die offenen Fragen der Lehre Osianders wurden auch den thüringischen Gesandten [⇨ 6873.2] nicht beantwortet.
[3.3] Darüber müßten nicht wenige, sondern eine Synode beraten.
[3.4] Die thüringischen Gesandten ernteten nur Spott. M. ist befremdet, daß Hz. [Albrecht von Preußen] den Mutwillen des [Johannes] Funck u.a. duldete.
[3.5] Auf dem kommenden Reichstag [in Augsburg] sollen die Räte und Theologen der an einer Lehreinheit interessierten [evangelischen] Stände darüber beraten. M. ist zur Mitarbeit bereit.