M. an Erasmus von Rotterdam [in Basel].
- Jena, 23. März 1528
[1] M. ist über den von [Franz] Dilfus überbrachten Brief [654] besonders glücklich, weil er ihn nach den Spitzen des Hyperaspistes I [⇨ 457.3] wieder des Wohlwollens E.s versichert.
[2] M. entschuldigt sein langes Schweigen und bezeugt E. seine stete Dankbarkeit.
[3] Im Streit [um die Willensfreiheit] distanziert sich M. von der Form nicht dem Inhalt von Luthers [De servo arbitrio, ⇨ 445.1], verteidigt aber zugleich Luther und bedauert, daß keine Übereinkunft erzielt wurde.
[4] E.s Groll gegen [Wilhelm] Nesen ist unbegründet.
[5] M. bekennt sich als Anhänger des E. in seinen wissenschaftlichen [humanistischen] Zielen.
[6] Seine [Visitations]artikel werden wegen ihrer Mäßigung hier angegriffen [⇨ 598ff]. Doch handelte er im Auftrag des Kf. [Johann].
Fundort:
CR 1, 945-947 Nr. 514 mit 3, 1283; Suppl. 6/1, 419 Nr. 650; Allen 7, 370-372 Nr. 1981; MSA 7/2, 45-48 Nr. 123.
‒ MBW.T 3.