Thomas Cranmer, Eb. von Canterbury, an M. [in Wittenberg].
- Lambeth, 27. März 1552
[1] Wenn die theologischen Differenzen der Evangelischen, namentlich der Abendmahlsstreit, nach dem Beispiel des Apostelkonzils Apg [15] beigelegt worden wären, hätte der Kaiser den [Schmalkaldischen] Krieg nicht geführt. Schmerzlich, daß der Teufel das Sakrament der Einheit zum Zankapfel machte.
[2] C. wünscht die Ausarbeitung eines Unionsbekenntnisses. Mit Zustimmung des Kg. [Edward VI. von England] schrieb er deswegen [am 20. März] auch an [Johannes] Calvin und [Heinrich] Bullinger [Cox l.c. 430f Nr. 296].
[3] M. erwähnte im letzten Brief Trienter Konzilsbeschlüsse über den Brotkult. Man darf in der Verbreitung der Lehre nicht nachlässiger sein als die Gegner.
[4] M.s Empfehlung des Georg Maior steigerte C.s Zuneigung.
Fundort:
CR 7, 970f Nr. 5081; H.Jenkyns, The Remains of Thomas Cranmer 1 (1833), 348f Nr. 285 [H1705]; J.E.Cox, The Works of Thomas Cranmer, ed. for the Parker Society, 2 (1846), 433 Nr. 298 [H1805].
‒ MBW.T 22.