Hieronymus Besold an M. [in Wittenberg].
- [Nürnberg], 15. Dezember 1550
[1] M.s Brief ließ B. erst die ganze Heftigkeit der [osiandrischen] Streitigkeiten [in Preußen] erkennen. Man hätte dem rechthaberischen [Osiander] schon zu Lebzeiten Luthers entgegentreten müssen.
[2] B. distanzierte sich in Briefen an [Osiander] von dessen Disputation über die Buße [⇨ 5505] und Spekulation über die Inkarnation in der Epistola gegen Ber[nhard] Z[iegler: Seebaß, Bibl. 155 Nr. 46] und wird auch gegen die neulich erhaltene Schrift über Adiaphora [Seebaß, Werk 45 Nr. 332] an ihn schreiben. Als [Osiander] noch in [Nürnberg] war, durchschaute B. seine Sonderlehren noch nicht.
[3] B. hält es für richtig, daß kein Wittenberger, sondern der unbelastete [Nikolaus von] Amsdorf dagegen schreibt, zumal [Osiander] neue Thesen [⇨ 5923] ankündigt.
[4] Der Augsburger Reichstag bewilligt dem Kaiser Mittel für den Krieg gegen Magdeburg.
Fundort:
O. Clemen: Zs. für bayrische Kirchengeschichte 16 (1941), 147f = Kl. Schrr. 6 (1985), 503f [H 3501].
‒ MBW.T 20.
Nachtrag:
§ 2 Epistola und Adiaphora-Schrift: Osiander-GA 9 (1994), 221-241 Nr. 388 und 368-401 Nr. 418.