Die Bürgermeister Peter van Sprekelsen, Jürgen Plate, Matthias Reder und Dithmer Kohl an Johannes Bugenhagen, M. und die ganze theologische Fakultät Wittenberg. Dt. - Hamburg, 23. Juli 1550

[1] Zur Verhütung von Spaltung in der Stadt bittet der Rat um ein Urteil im Streit der Hamburger Theologen um die Höllenfahrt Christi. Wie die Adressaten wissen [⇨ 5298; 5339.2], widersprach der Lehrmeinung des Johannes Aepinus zunächst nur ein Kaplan [Tilemann Epping]; nach einem Vermittlungsversuch des Rats schlossen sich ihm zwei Pastoren an [Johannes Garcaeus d. Ä. und Johannes Högelke], und der Streit griff auf die Nachbarstädte über.

[2] Das vom Rat gewünschte Stillhalteabkommen bis zur Klärung scheiterte an der einen Partei [sc. Eppings] und wurde auch in der Karwoche [30. 3.-5. 4.] nicht eingehalten.

[3] Auf Vorschlag des Syndikus [Johann Straub] verlangte der Rat von beiden Parteien ein Bekenntnis über ihre Auffassung vom Leiden der Seele Christi in der Hölle und klare Antworten auf beiliegende Fragen [⇨ 5844.3] mit Begründung der eigenen Ansicht zur Begutachtung durch die Wittenberger u. a.

[4] Die eine, in sich einheitliche Partei [sc. Eppings] gab keine eindeutigen Antworten und bestritt die Zuständigkeit des Rats.

[5] Bevor der Rat mit Absetzung dagegen einschreitet, fragt er die Wittenberger, ob die sich weigernde Partei dem Rat Gehorsam schuldet, oder ob der Streit auf andere Weise beizulegen ist.

Fundort:
A. Greve, Memoria Ioannis Aepini (1736), 179-184 Nr. 11 [H A1148A]. ‒ MBW.T 20.

Normdaten
Personen:

Aepinus, Johannes: GND Hagrid

Bugenhagen, Johannes: GND Hagrid

Epping, Tilemann: GND Hagrid

Garcaeus, Johannes d. Ä.: GND Hagrid

Högelke, Johannes: GND Hagrid

Kohl, Dithmer: GND Hagrid

Melanchthon: GND Hagrid

Plate, Jürgen: GND Hagrid

Reder, Matthias: GND Hagrid

Sprekelsen, Peter van: GND Hagrid

Orte:

Hamburg: Geonames Hagrid