[1] Durch M.s Brief aus Leipzig [5390] wurde U. über die Gemeinden in [Kursachsen] unterrichtet. Nun wird wieder ein Bote zu M. entsandt, weil Gf. [Philipp von Rieneck], der selbst an M. schreibt, wissen möchte, was in Leipzig [⇨ 5386ff] verhandelt wurde.
[2] Die verbreitete Nachgiebigkeit in der Religion ist ein Ärgernis und belastet die Gewissen.
[3] Das Augsburger [Interim] bezweckt nichts als die Unterwerfung unter die päpstliche Knechtschaft; die Bischöfe verweigern die geringste Reform,
[4] so daß man auch den Türken, Juden und Wiedertäufern nachgeben könnte,
[5] und sogar die vielen in der Grafschaft [Rieneck] beibehaltenen Adiaphora genügen nicht, denn es geht nicht um Zeremonien, sondern ums Evangelium.
[6] U. hält die geringste Änderung für gefährlich, solange nicht sichergestellt ist, daß Lehre und Sakramente unversehrt bleiben.
[7] Der vertriebene Erhard Schnepf hält sich seit einigen Tagen bei U. verborgen; er schreibt an M. [⇨ 5442]. U. betet für ihn und empfiehlt ihn der Hilfe M.s.