M. an Fürst Georg von Anhalt [in Merseburg].
- [Wittenberg], 9. September [1548]
[1] Die Absichten der Politiker sind undurchsichtig. M. wird eher sterben, als das Augsburger [Interim] billigen. Auf Anfrage rät er den Pastoren, sich unabhängig von den Politikern zu entscheiden. Wer die Streitfragen nicht durchschaut, läßt sich leichter blenden.
[2] Den kurzen Brief an G. möchte M. nicht in fremden Händen sehen, weil er wegen des Bruders [Fürst Joachim von Anhalt] zu scharf schrieb. Was M. der Antwort G.s [an den Kaiser] über die Auslegung [des Interims] hinzufügte, möchte er streichen, zumal die Ausleger ihr selbst zuwiderhandeln. [Kf. Joachim II.] von Brandenburg streitet um den Meßkanon. Ein neues Buch Johannes Agricolas [Von der Messe und ihrem Canone] wird Kämpfe verursachen. M. ist sehr besorgt.
Fundort:
CR 7, 136f Nr. 4349 (Z.22: breve).
‒ MBW.T 18.
Datierung:
Jahr wie 5287 u.ö.