[1] M. freut sich über Mbg.s Rückkehr [aus Augsburg]. Den Plänen [des Kaisers], die Wahrheit auszurotten und eine Monarchie zu errichten, mißt M. nicht mehr Bedeutung bei als astrologischen Voraussagen. Die Macht Österreichs [Habsburgs] wird einmal zusammenbrechen. Pflichterfüllung und Gebet sind angebracht.
[2] Die Eröffnung der Universität [Wittenberg] verläuft befriedigend. Wenn Friede wäre, kämen mehr Studenten. Mbg.s Söhne sollen bis Frühsommer zu Hause bleiben. M. schickt ihre Horoskope, die Erasmus [Benedikt] ins Reine geschrieben hat, und charakterisiert alle vier Söhne Johannes, Caspar, Christoph und Michael [Aeneas]. Er betet für Mbg.s Familie.
[3] In Augsburg [auf dem Reichstag] wurde zweimal über M. verhandelt; Kg. [Christian III.] von Dänemark riet ihm, sich in Sicherheit zu bringen. M. will aber nichts mehr mit Fürstenhöfen zu tun haben und lieber nach Ungarn als nach Dänemark oder England gehen. Solange es aber möglich ist, will er [in Sachsen] für den Bestand der Kirche sorgen. Gestern las er die Forderungen des Papstes [Paul III.] an den Kaiser bezüglich des Konzils [vom 20.12.1547: CT 6/1, 639-651].
[4] Anbei ein Büchlein über Synoden [von Caspar Cruciger, ⇨ 5148.2]. M. plant eine deutsche Widerlegung der Trienter Lehre über Gesetz, Rechtfertigung, Zweifel [⇨ 5062].
[5] Grüße an Dr. Matthäus [Ratzeberger] und beider
Frauen. Neulich verstarb [in Wittenberg Walburga], die Frau des Bürgermeisters Ambrosius [Reuter]. Nach der Magisterpromotion [des 7. Februar 1548: CR 6, 803f Nr. 4145; vgl. 6, 787f Nr. 4131 und MBW 5052-5055] will M. zu Mbg. kommen.