[1] Als M. heute morgen wegen Beratungen über andere Sachen [⇨ 5023] zu Hz. Moritz [von Sachsen] gerufen wurde, brachte er auf Anraten der Hofräte auch des J. Bitte [um Amnestie und Rückkehr nach Halle] zur Sprache [⇨ 5020]. Moritz antwortete, er werde die ihm hinterbrachten Schmähungen des J. vergessen, wenn keine neuen folgen, und dann könne wieder eine Eingabe gemacht werden.
[2] Danach sprach M. mit den anwesenden [Hofräten], die J. wohlwollen. J. soll noch einmal ein Schreiben an Moritz richten [⇨ 5083], das [Georg] von Anhalt und M. mit eigenen Begleitschreiben zustellen werden.
[3] M. mißbilligt den Plan des J., zu Kg. [Christian III.] nach Dänemark zu gehen. Er selbst begibt sich weder nach Dänemark noch nach [Heidelberg], weil die Verantwortung für Kirche und Universität Ausharren verlangt. M. hält Vorlesung gegen die Irrtümer des Trienter Konzils.
[4] Vom Augsburger Reichstag verlautet nur, daß der Kaiser irgendwelche Gesetze [Interim] vorlegen will.
[5] J. soll für seinen Sohn [Justus] mehr Zuversicht haben [⇨ 5103]. In Frankreich wird er einen Hof finden, wo er ohne Kosten des Vaters leben kann.
[6] Der Bote des J. kam am 27. Dezember zu M. nach Torgau und wird am 8. Januar abgehen. M. gab ihm 10 Groschen.