M. an Joachim Camerarius [in Leipzig]. - [Wittenberg, 24. Oktober 1545]

[1] Über die [wolfenbütteler] Ereignisse hört man beinahe nichts. Vor zwei Tagen erhielt M. von [Lgf. Philipp von Hessen] aus Kassel einen Brief, worin aber der Krieg nicht erwähnt wird. [Hz. Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel] soll von [Wolfenbüttel] einmal zurückgeschlagen worden sein. In der Stadt Braunschweig gab es Unruhen. Gebet um Schutz von Kirche, Wissenschaften und Zucht.

[2] Hz. [Albrecht] von Preußen wird mit Kf. [Johann Friedrich] von Sachsen in wenigen Tagen [in Wittenberg] erwartet [⇨ 4056]. Wenn der Hz. nicht nach Leipzig reist, wird M. den C. nach [Wittenberg] einladen lassen [⇨ 4085].

[3] [Johannes] Stigel hat wichtige Gründe, sich für einige Monate nach Hause zu begeben. C. soll ihn wie immer freundlich aufnehmen.

[4] C. soll dem [Alexander] Alesius sagen, daß der in Liegnitz lehrende Schotte Johannes Fidelis [Faith] heiratet.

Fundort:
CR 5, 876f Nr. 3300; Cod.I, 233; vgl. Druffel (1876), 509. ‒ MBW.T 14.
Datierung:
Datum aus 1, wo eindeutig vom braunschweigischen Krieg 1545 die Rede ist. Der Lgf. war bis 8. Oktober in Kassel (Pol. Korr. Moritz 2, 340f Nr. 767). Der vergebliche Sturm auf Wolfenbüttel war M. schon am 18. bekannt (4037.2). Die Braunschweiger tumultus sind offenbar die upror und twidracht in 4038.3. Da dieser Brief am 24. in Wittenberg ankam (4050) und noch an diesem Tag die erste Meldung von der Gefangennahme Hz. Heinrichs eintraf (⇨ 4050), ist 4048 am gleichen Tag zwischen diesen beiden Nachrichten geschrieben. Der Fürstenbesuch des 2 hat sich also etwas verzögert (4086).

Normdaten
Personen:

Albrecht von Preußen: GNDHagrid

Alesius, Alexander: GNDHagrid

Camerarius, Joachim: GNDHagrid

Fidelis, Johannes: GNDHagrid

Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel: GNDHagrid

Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Philipp von Hessen: GNDHagrid

Stigel, Johannes: GNDHagrid

Orte:

Leipzig: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid