Martin Frecht an M. in Wittenberg. - Ulm, 3. August 1544
[1] Erst heute traf M.s Brief vom 24. Juni ein, der F. über den Tod seines [am 16. Juni 1544 in Wittenberg verstorbenen] Freundes Heinrich [Schechius aus Ulm unterrichtet und ihn] getröstet hat. F. nimmt Anteil an M.s häuslichem Leid [⇨ 3566 u. ö.] und am Unglück des Hieronymus Baumgartner [⇨ 3593]. Er dankt für eine literarische Gabe.
[2] F. wird andauernd von Schwenckfeldern und anderen Schwärmern geplagt, die aber immer weniger Einfluß auf seine Gemeinde gewinnen, was F. für den in Justingen untergetauchten Schwenckfeld und dessen Schüler Burkhard Schilling — neulich nannte ihn ein Schwenckfelder [NN] in einem Brief Pyrgokrates, griff aber auch Luther und M. an — nachweisen könnte.
[3] Doch erfreulicher ist, daß vor acht Tagen Hz. Ottheinrich [von Pfalz-Neuburg] F. mitgeteilt hat, daß Kf. Friedrich II. von der Pfalz Heidelberg evangelisch reformieren will. Beide waren bei dem Statthalter der [Oberpfalz] Pfgf. Wolfgang in Amberg, der sich anschloß [⇨ 3699]. Ottheinrich bat F. um Zusage, wenn er durch Kf. [Friedrich] vom Ulmer [Rat] angefordert werde. F. schlug auch M., Bucer und Brenz vor und hofft, daß M. schon eingeladen wurde [⇨ 4208]. Wie den Eb. [Hermann] von Köln [⇨ 3235ff] soll also M. auch den Kf. [Friedrich II.] von der Pfalz für Christus gewinnen, wozu F. Segen wünscht.
Fundort:
Eigenhändig: London BL, Add. Ms. 21524, f. 48 n. 14; R. Stupperich: ARG 74 (1983) 70f.
‒ MBW.T 13.