[1] Der von M. erwartete Bote mit Post von St. ist noch nicht eingetroffen. Der Ausbruch des französischen Kriegs wird große Umwälzungen bringen. Kg. [Franz I.] von Frankreich ist mit zwei Söhnen im Feldlager im [Hennegau]. Die Brabanter halten immer noch Heinsberg, doch ihr Entsatzheer wurde gegen Frankreich zurückgerufen. Auch englische Truppen sollen Frankreichs Grenzen bedrohen.
[2] Der allgemeine Kummer über Staat, Kirche und Wissenschaften veranlaßt M., Trost und Ermunterung aufzuzeichnen:
[3] Dieser [geldrische Erbfolge-]Krieg hat politische Ursachen; die Alleinherrschaft [Kaiser] Karls wird erträglich sein; Gott wird die Kirche erhalten, in Deutschland vielleicht in den Städten.
[4] Die Gelehrten in den Städten sind glücklich zu preisen, wogegen die Bildungsanstalten der Fürsten immer wieder durch deren plötzliche Unruhen gestört werden und die Gegend der Universität [Wittenberg] von den Türken bedroht wird, ähnlich Paris bei einem Angriff der Spanier auf Frankreich.
[5] Solange es möglich ist, soll man die Studien pflegen, insbesondere der begabte St. in seiner aristokratischen Stadt trotz deren in St.s letztem Brief beklagten Mängel.
[6] M. kennt die Höfe, doch er preist St.s Lehrerdasein,
[7] veranlaßt durch dessen Unzufriedenheit. Grüße an [Nikolaus] Gerbel, [Johannes] Sapidus und Krafft [Müller].