[1] Die Erinnerung an die heimtückischen Regensburger Verhandlungen läßt M.s Zorn schwellen, der aber weniger dem von D. verantwortlich gemachten [Johannes Gropper?], sondern mehr den Planern gilt. Doch hat sich M. in seinen Vorreden [2816f] mit Rücksicht auf den Kaiser und die Türkengefahr und wegen eigener Unzufriedenheit mit der [kursächsischen] Politik Zurückhaltung auferlegt.
[2] Die Nürnberger Geistlichen sollen froh sein, nicht mit Fürstenhöfen zu tun zu haben. M. mißbilligt, daß sie Luther, dessen Verlautbarungen dann ihren Zweck verfehlen, gegen den Nürnberger Rat aufhetzen.
[3] Morgen muß M. zu Beratungen über das Bistum Naumburg nach [Torgau]; damit bewahrheiten sich seine Befürchtungen bei der Abreise aus Regensburg [⇨ 2778]. Gebet. Erfreulich ist die Entwicklung der Universität.
[4] M. erbittet Nachrichten über den Kaiser; Gerücht, daß er nach Ägypten segelt, um die Türken von Europa abzulenken. Die Fürsten [Kf. Johann Friedrich von Sachsen, Kf. Joachim II. von Brandenburg, Hz. Moritz von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen] beschlossen in Naumburg, ein Heer zur Landesverteidigung [gegen die Türken] bereitzustellen. M. hofft auf Gott.
[5] Gruß an Hieronymus [Baumgartner], dem M. wegen des englischen Knaben [⇨ 2820.1] dankt.