[1] Obwohl Papst [Paul III.] Kaiser Karl und Kg. [Franz I.] von Frankreich gegen die Briten und die Deutschen aufhetzt, hat M. in der Hoffnung auf Frieden an H. über die Kirchenreform geschrieben [2167] und schreibt nun noch einmal.
[2] Die kirchengeschichtliche Bedeutung Englands (Mission, Konstantin).
[3] Nach H.s Abkehr vom Papst müssen auch dessen Mißbräuche abgeschafft werden,
[4] was das Edikt [⇨ 2170.2] wenigstens in Aussicht stellte, das im übrigen Riten, Zölibat und die Mißbräuche bei der Messe festigt, während doch schon Augustin und Gerson den Aberglauben beklagten.
[5] Die öffentliche Ruhe kann auch bei Gewissensfreiheit aufrechterhalten werden.
[6] Die neuartigen Deutungen der Mißbräuche, z.B. durch [Johannes Gropper] in seiner Kölner Reformation, könnten wie allegorische Legenden auch ägyptische Bräuche in die Kirche einführen. In Italien wollen [Gasparo] Contarini, [Jacopo] Sadoleto und [Reginald] Pole dadurch die mystische Theologie des [Pseudo-]Dionysius [Areopagita] erneuern.
[7] Die Verbindlichkeit der Riten fördert den Aberglauben und zerstört die Wahrheit. Bei Freiheit der Adiaphora und Vermeidung von Ärgernis sollen außer den gottgewollten Riten nur nützliche Traditionen beibehalten werden.
[8] Der Zölibat gefährdet die Gewissen und ist historisch jung und umstritten (Gregor VII.),
[9] die Gelübde sind kein Einwand, und H.s Edikt beleidigt damit auch die [deutsche Reformation], die sich für die Würde der naturgebotenen Ehe einsetzt.
[10] Mißbräuche der Messen, Heiligenkult und Zölibat als Zeichen des Antichrists.
[11] H. möge seine begonnene Kirchenreform vollenden.
[12] Die Verfolgung der Frommen in den Niederlanden führte zu Aberglauben und Wiedertäuferei.
[13] H. soll deshalb sein Edikt mildern und sich auch inhaltlich von Rom lösen.
[14] Segenswunsch.