M. an Martin Luther [auf der Coburg].
- [Augsburg], 19. Juni [1530]
[1] Einzug des Kaisers in Augsburg am 15. Juni; Kf. [Johann] trug das Schwert. Das sofort verlangte Predigtverbot wurde nach dreitägigen Verhandlungen auf beide Parteien ausgedehnt. Schriftlesung ohne Auslegung ist vorgesehen.
[2] [Lorenzo] Campeggio plädiert für Unterdrückung der Protestanten. Der Kaiser ist jedoch mild. Einsichtig sind nur Hz. Heinrich von Braunschweig[-Wolfenbüttel], der mit M. sprach, und [Eb. Albrecht von] Mainz. [Kf. Ludwig von der] Pfalz und Mgf. [Philipp] von Baden sind nicht anwesend. [Hz. Wilhelm und Hz. Ludwig von Bayern] sind unverschämt. L. soll beten.
[3] Cornelius [Schepper] erzählte M., daß nach Mercurino [Gattinaras] Tod kein einflußreicher kaiserlicher Rat friedensbereit sei. Er selbst will nichts mit den Protestanten zu tun haben. M. hat aber [Alfonso de Valdés] als Mittelsmann zu Kaiser und Campeggio gewonnen.
Fundort:
CR 2, 118f Nr. 731; WAB 5, 371f Nr. 1591 mit 13, 139f; MSA 7/2, 173-176 Nr. 162.
‒ MBW.T 4.