[M. ] an Adam Wasser [? in Prag?].
- [Wittenberg], 14. April [1555]
Fundort:
CR 7, 760f Nr. 4872 (Z.8: modestia).
‒ MBW.T 25.
Datierung:
Jahr: Der von CR hergestellte Bezug auf MBW 6013 trifft nicht zu: hier rüstet der Sultan in Adrianopel zu einem Zug nach Ungarn, in 7462 ist er in Asien und wird nicht in Ungarn erwartet. Daß der Sultan 1555 in Asien war, berichtet M. in seinen Annalen: Album 304; CR 8, 653. Der junge Garcaeus, 1530 geboren, Wittenberger Magister seit 14.8.1550 (Köstlin 1891, S.10), wurde Oktober 1551 Lehrer in Leitmeritz (⇨ 6229.3), kam Ende Juni 1553 als Studienbegleiter nach Wittenberg zurück (⇨ 6872; ⇨ 6881), wo er am 7.7.1554 in den Senat der Artistenfakultät aufgenommen wurde (Köstlin 1891, S.27). Mit 7462 bewirbt er sich um ein geistliches Amt. Er hat es u.W. nicht erhalten; jedenfalls wurde er im September 1556 nach Pommern berufen (⇨ 7944; ⇨ 7975). Problematisch ist der Adressat. Die Monau-Abschrift Paris BSG, Ms. 1458, f.388Adam Wasser aus Saaz, tschechisch Vodika, vgl. Rukovět' 5, 519f. Er war der Leitmeritzer Rektor des Garcaeus gewesen. Später wurde er Kanzler der Neustadt Prag. Es ist undenkbar, daß ein Schulrektor ein geistliches Amt vergeben konnte. Der Kanzler = Stadtschreiber durfte es auch nicht, wie mir Josef Hejnic freundlicherweise mitteilt. Aber in diesem Amt konnte er wohl eher Einfluß darauf nehmen. Allerdings bleibt die Schwierigkeit, daß, wie J.Hejnic ermittelte, Adam Wasser am 20.1.1556 das Prager Bürgerrecht erwarb, mithin erst danach Stadtschreiber werden konnte. M.s Brief ins Jahr 1556 zu legen, ist wegen der Nachrichten über den Sultan, die 1556 ganz anders lauten (⇨ 7779.3), nicht möglich. Deshalb muß man damit rechnen, daß die von Monau überlieferte Adresse nicht richtig ist. Bemerkenswert ist, daß 7462 dort nicht beim Block der übrigen Briefe M.s an Adam Wasser steht.
v-389
r, die einzige primäre Überlieferung, hat die Adresse Adamo Aquilae, das ist