Über die Visitation der Fürstenschulen in Grimma, Meißen und Schulpforta.
[1.1] Ankunft der Visitatoren (Alexander Alesius und die obigen, als Begleiter auch Wolfgang Fusius) am 11. 9. 1554 in Grimma.
[1.2] Am 12. Bericht des Verwalters [Nikolaus Petzsch] über Lehrerkollegium, Einkommen der Schule, Überbelegung, fehlende Fundation (Kloster Nimbschen gewünscht).
[1.3] Bericht des Rektors [Adam Siber] und der Lehrer.
[1.4] Begutachtung des Lehrplans und Prüfung der Schüler.
[2.1] Ankunft der Visitatoren in Meißen am 14. 9. Am 15. Konferenz mit dem Verwalter Johannes Roßbach, dem Rektor [Georg Fabricius] und den Lehrern. Bericht des Verwalters. Beschwerden und Wünsche der Lehrer: Bitte um einen „Aufseher“ als Nachfolger des [1553] verstorbenen [Johannes] Rivius; Vorschlag: Bürgermeister [Nikolaus] Anesorge und Dr. med. Christoph [Leuschner]. Verpflegung. Krankenversorgung. Kleidung. Eine Frau zum Waschen der jüngsten Schüler. Gebäude, Räume und Brennholz. Nachtwächter, zugleich als Pförtner. Häuser für die verheirateten Lehrer, sechsjährige Schulzeit.
[2.2] Prüfung der Schüler. Die neuen Stipendiaten der Theologie sollen den Lateinunterricht des Georg Fabricius und die Dialektik-Vorlesung besuchen und damit der Fürstenschule eingegliedert werden. Die Aufgaben des Dozenten der Theologie [Laurentius Rulich]. Er braucht einen Gehilfen, wofür Caspar Cruciger [d. J.] vorgeschlagen wird. Das Pfarramt, das nicht mit der Dozentur verbunden sein darf, soll mit Nikolaus Specht besetzt werden.
[3] Ankunft der Visitatoren (ohne Alesius) am 23. 9. in Schulpforta. Am 24. Konferenz mit dem Verwalter Nikolaus Specht, dem Rektor [Christoph Baldauff] und den Lehrern. Deren Berichte. Verbesserung des Lehrplans. Prüfung der Schüler.
[4] Über den Musikunterricht und die Disziplin in allen drei Schulen. Jährliche Visitation gefordert. Wegen des Mangels an Pfarrern und Lehrern Bitte an den Kf. um Erhaltung der Schulen.