Georg Maior, Georg Cracow, Johannes Schneidewein und M.: Gutachten [für die hessischen Räte in Kassel]. Dt. - [Wittenberg, 16. Juni 1554]

Aufgrund der hsl. Überlieferung sind MBW 7214 und 7215 zu einem Gutachten zusammenzufassen daher ist das Regest zu ersetzen:

[1] Erste Frage.

[1.1] Die Konsistorien in Leipzig und Wittenberg zwingen den Verführer eines Mädchens nicht zur Ehe, wenn er sie nicht versprochen hat. Doch wird er von der Obrigkeit bestraft und zu Kranzgeld und gegebenenfalls Alimenten verurteilt.

[1.2] Zur Gültigkeit von Exod 22, [V. 16f], die vor 20 Jahren von Luther, Hieronymus Schurff u. a. erörtert wurde, gilt der Grundsatz, daß das Gesetz Moses nur bindet, wenn es mit dem Naturrecht übereinstimmt.

[2] Zweite Frage

[2.1] Die Frage, ob Jost [NN] die Witwe Gretha des Bruders seiner verstorbenen Frau Barbara heiraten darf, wird vom Wittenberger Konsistorium bejaht. Ebenso dürfte Hz. Heinrich von Braunschweig[-Wolfenbüttel] [Sabina] von Bayern heiraten, die Witwe des Hz. [Ulrich] von Württemberg, des Bruders seiner verstorbenen Gemahlin [Maria].

[2.2] Allerdings wurde eine gleiche Entscheidung des Konsistoriums vor zehn Jahren von Luther kritisiert.

Fundort:
Günther Franz und Eckhardt Franz, Urkundliche Quellen zur hessischen Reformationsgeschichte 3 (1955), 183 Nr. 772C und 184 Nr. 774 [H A3636a]. ‒ MBW.T 24.
Datierung:
Datum: Beilage zu 7213.

Normdaten
Personen:

Cracow, Georg: GND Hagrid

Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel: GND Hagrid

Luther, Martin: GND Hagrid

Maior, Georg: GND Hagrid

Maria von Württemberg: GND Hagrid

Melanchthon: GND Hagrid

Mose: GND Hagrid

Sabina von Bayern: GND Hagrid

Schneidewein, Johannes: GND Hagrid

Schurff, Hieronymus: GND Hagrid

Ulrich von Württemberg: GND Hagrid

Orte:

Kassel: Geonames Hagrid

Leipzig: Geonames Hagrid

Wittenberg: Geonames Hagrid