Tilemann Stella an M. [in Wittenberg].
- Rostock, 20. Januar 1553
[1] Dank M.s Erhaltung durch Gott blüht die von Tyrannenwut und Seuche bedroht gewesene Universität Wittenberg wieder auf. Neujahrswunsch.
[2] Über Dänemark hat St.s Begleiter Magister Philipp [NN] wohl schon [brieflich] berichtet. Am dortigen Hof wurde St.s Arbeit übel belohnt. Auch M. und die Wittenberger Universität sind dort verpönt.
[3] Doch St. wird durch das Wohlwollen bedeutender Männer und durch seine landeskundlichen Forschungen in Niedersachsen und Wendland [Ostseeküste] entschädigt.
[4] Er machte eine Landesaufnahme, wobei ihm auffiel, daß die geographischen Breiten der Orte bisher zu weit nördlich angenommen wurden. Über die angewandte Methode mündlich.
[5] Ferner sammelt er genealogisches Material.
[6] Die Städte und besonders Hz. Johann Albrecht [von Mecklenburg] beschenken ihn reich (Währung). Einen Himmels- und einen Erdglobus für dessen Bibliothek hat St. schon halb fertig.
[7] Danach will er sich in Wittenberg von M. über weitere Arbeiten beraten lassen. Ihm verdankt er alles.
Fundort:
Abschrift: Paris BSG, Ms. 1458, f.67v-69r.
‒ MBW.T 23 (erstmals publiziert).