[1] M.s Brief über B.s Sohn Noah [6646] tröstete.
[2] Vom Streit zwischen [Franciscus] Stancarus und [Andreas] Musculus und der Verhandlung vor Kf. [Joachim II. von Brandenburg] in Cölln [an der Spree, ⇨ 6580.1] berichtet B. nur, weil M. schrieb, daß er Thesen über den Mittler gegen Stancarus verfaßt [⇨ 6646.2], und weil Hieronymus Schurff dazu riet.
[3] Musculus vertrat zwei Thesen: Christus sei nach beiden Naturen gestorben und sei Mittler nach beiden Naturen. Stancarus bestritt beides. B. verurteilte nur die erste These.
[4] Alle Prädikanten außer [Christoph Lasius] von Spandau sowie der Kf. standen gegen B., dem sich dann Hieronymus Schurff und [Lampert] Distelmeier anschlossen. B. erbrachte Beweise aus den Kirchenvätern, den Konzilsbeschlüssen, aus Luthers und M.s Schriften. Johannes Agricola konnte nichts dagegen vorbringen.
[5] Unter vier Augen konnte B. den Kf. beruhigen; er will ihm noch beiliegende Auszüge aus Luthers Schriften überreichen.
[6] Stancarus trug seine Angriffe vor, niemand einschließlich Agricola konnte ihm antworten.
[7] Daß Musculus den Stancarus einen Ketzer schalt, muß noch verhandelt werden.
[8] B. trieb Stancarus (der sich auf Bonaventura stützt) bei einem Privatbesuch in die Enge.
[9] Anbei vertraulich ein Brief des Stancarus an Loth B. und eine von Abraham B. in Frankfurt[Oder] angefertigte Abschrift von Stancarus' Buch [Apologia contra Osiandrum?]. B. bittet um M.s Thesen, denn er steht bis zum Tod zur Wittenberger Lehre.
[10] Viele Prädikanten erklärten mittlerweile B. brieflich ihre Zustimmung; auch Agricola und Musculus sollen ihre Meinung geändert haben. Nur Stancarus ist unbelehrbar. Hieronymus Schurff, der dessen Gelehrsamkeit schätzt, wurde durch seinen Brief an Loth B. erzürnt.
[11] Grüße von Schurff, auch von Abraham und Loth B., die auf M.s Rückkehr nach Wittenberg warten.