Wolf Koller und Leonhard Badehorn an [M., Erasmus Sarcerius und Valentin Paceus] bei Jakob Herbrot in Augsburg [wurde nach Nürnberg weitergeleitet]. Pr. 10.2.1552. Dt. - Trient, 2. Februar 1552

[1] M.s Brief an B. vom 24. Januar [6313] ist heute eingetroffen.

[2] K. und B. schickten am 31. Januar [6321] einen Brief des Kf. [Moritz von Sachsen], den Geleitbrief, ein Dekret über die strittigen Artikel und einen Brief des Bf. von Arras [Anton Granvella].

[3] Sie raten, wegen der Abreise nach Trient die Anweisung des Kf. abzuwarten, dem die Unterlagen zugesandt wurden

[4] zusammen mit der Bitte der württembergischen Gesandten Hans Dietrich von Plieningen [und Hans Heinrich Hecklin von Steineck] und des Straßburgers Johannes Sleidan, ihre Herren über seinen Entschluß zu unterrichten. Die Württemberger reisten zur Berichterstattung nach Hause.

[5] Hans Dietrich von Plieningen will nach Augsburg kommen, um mit M., S. und P. zu reden. Er wünscht, daß M. an [Johannes] Brenz schreibt [⇨ 6385.2], und Sleidan möchte, daß M. sich mit Johannes Marbach verständigt.

[6] Anregung, an [Kf. Moritz] oder die Räte zu schreiben. In Trient ist man gesprächsbereit. Segenswunsch.

[7] Bitte um Mitteilung der Ankunft.

[8.1] Die Absender haben ein neues Geleit erhalten, wie zugeschickt [⇨ 6321; 6389.2.3].

[8.2] Die Behandlung streitiger Artikel wurde bis zur Ankunft von M., S. und P. vertagt.

[8.3] Der Bf. von Arras [Anton Granvella] und die kaiserlichen Gesandten [Gf. Hugo von Montfort, Francisco de Toledo und Wilhelm von Poitiers] haben ihnen und den Gesandten von Württemberg und Straßburg [Hans Dietrich von Plieningen, Hans Heinrich Hecklin von Steineck und Johannes Sleidan] zugesagt, daß die [evangelischen] Theologen ausreichend gehört werden und daß nach der Hl. Schrift geurteilt wird.

[8.4] Der Kaiser hat erklären lassen, er habe sich um die Teilnahme möglichst vieler Nationen bemüht. Die Fernbleibenden würden sich stillschweigend dem Konzil unterwerfen.

[8.5] Die Forderung, Papst [Julius III.] solle sich dem Konzil unterwerfen und die Konzilsväter von der Treuepflicht entbinden, wird an diesen weitergegeben. Wenn er sich weigert, wird das Konzil entscheiden.

[8.6] Die Württemberger haben ihr Bekenntnis übergeben, das M., S. und P. unterschrieben haben [⇨ 6165; 6175]. Deshalb wurde keine Abschrift gefertigt.

[8.7] Am 10. oder 11. Januar schickten die Absender die Gravamina der Württemberger. Wenn diese noch nicht eingetroffen ist, wird der württembergische Gesandte [5] mündlich berichten.

[8.8] Der straßburgische Gesandte [Sleidan] erklärte, wenn die [kursächsischen] und die württembergischen Theologen kommen, werden die Straßburger auch entsandt.

[8.9] [Falsche] Nachricht, der Bf. von Merseburg [Michael Helding] sei gestorben. Der Bf. von Wien Friedrich Nausea liegt todkrank in Trient.

[8.10] In Ungarn wurde [Georg Martinuzzi] erstochen. Der Kardinal [Alessandro] Farnese wurde erschossen [⇨ 6389.2.2].

[8.11] Es geht das Gerücht, der Papst wolle mit [Kg. Heinrich II.] von Frankreich Frieden schließen. Der Kaiser rüstet gegen diesen und Kg. [Ferdinand] gegen die Türken. [Kf. Moritz von Sachsen] soll den Oberbefehl erhalten.

[8.12] Anbei Zeitungen aus Seeland.

Fundort:
CR 7, 932-934 Nr. 5041. ‒ MBW.T 22 (erstmals vollständig publiziert).

Normdaten
Personen:

Badehorn, Leonhard: GNDHagrid

Brenz, Johannes: GNDHagrid

Farnese, Alessandro: GNDHagrid

Ferdinand: GNDHagrid

Granvella, Anton: GNDHagrid

Heinrich II. von Frankreich: GNDHagrid

Helding, Michael: GNDHagrid

Herbrot, Jakob: GNDHagrid

Julius III.: GNDHagrid

Karl V., Kaiser: GNDHagrid

Koller, Wolf: GNDHagrid

Marbach, Johannes: GNDHagrid

Martinuzzi, Georg: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Montfort, Hugo von: GNDHagrid

Moritz von Sachsen: GNDHagrid

Nausea, Friedrich: GNDHagrid

Paceus, Valentin: GNDHagrid

Plieningen, Hans Dietrich von: GNDHagrid

Poitiers, Wilhelm von: GNDHagrid

Sarcerius, Erasmus: GNDHagrid

Sleidan, Johannes: GNDHagrid

Orte:

Augsburg: GeonamesHagrid

Nürnberg: GeonamesHagrid

Trient: GeonamesHagrid