M. an Joachim Camerarius [in Leipzig].
- [Wittenberg, ca. 20. Mai 1551]
Fundort:
CR 7, 784 Nr. 4891; Cod. II, 286.
‒ MBW.T 21.
Datierung:
Datum: Tizian war auf den Augsburger Reichstagen von 1547/48 und 1550/51 beim Kaiser. Die Gleichzeitigkeit einer Tagung in Naumburg und des Kampfes um Parma ist im Mai 1551 gegeben (⇨ 6084.3; ⇨ 6086.2). Hz. August von Sachsen und Mgf. Johann von Brandenburg-Küstrin luden Lgf. Wilhelm von Hessen , Hz. Johann Albrecht von Mecklenburg und Fürst Wolfgang von Anhalt auf den 8. Mai 1551 nach Naumburg zu Ausgleichsverhandlungen zwischen Kf. Moritz und den Söhnen des Hz. Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen ; am 22. Mai wurden die Verhandlungen abgebrochen (Pol. A. Hessen 3, 393f Nr. 2761f; 1, 671 Nr. 1043; Mentz, Johann Friedrich 3, 306). C. befand sich im April auf einer Reise nach Stuttgart und Tübingen (Ernst, Christoph-BW 1, 160f); er reiste vor dem 14. April aus Stuttgart zurück (Pressel, Anecdota Brentiana, 1868, S. 311f Nr. 164 und S. 331 Nr. 179). Vor dem 30. April hatte M. durch C. einen Brief von Brenz erhalten (⇨ 6065), wahrscheinlich auch einen von C. selbst. Am 3. Mai ging M. nach Dessau, um die Confessio Saxonica niederzuschreiben. C. kam ebenfalls dorthin und sollte das Manuskript an den kursächsischen Hof bringen (⇨ 6080). Damals war die Naumburger Konferenz noch im Gange. Wie aus § 2 hervorgeht, hatten M. und C. ursprünglich die Absicht, die Confessio den in Naumburg versammelten Politikern zuzustellen. C. entschloß sich dann jedoch, nicht nach Naumburg zu gehen, wodurch die Confessio etwas später an den Hof gelangte. M. billigte dies (§ 2). Am 1. Juni hatte er noch keine Reaktion von dort (⇨ 6094.2). 6085 ist demnach einige Tage nach 6080 und vor 6094 geschrieben. — Der Osiandrische Streit war damals nicht nur bei M. aktuell (⇨ 6075f), sondern in Tübingen hatte unmittelbar nach C.s Abreise [Matthias Garbitius] Illyricus in einer Disputation Osiander scharf angegriffen, was Brenz dem C. am 14. 4. [1551] (bei ⇨ 6065) mißbilligend mitteilte.