Bericht über die Lage in Straßburg.
[1] Der durch [Heinrich] von Fleckenstein und Georg von Wickersheim im November 1549 vermittelte Vertrag zwischen Bf. [Erasmus] und der Stadt Straßburg [Pol. Corr. Straßburg 4 (1933), 1259-1264 Nr. 931] räumte dem Bf. das Münster und die beiden Peterskirchen ein. Zu Weihnachten verlangte Christoph Welsinger im Namen des Bf., H. solle das Interim einführen und den Chorrock anziehen.
[2] Als H. sich weigerte,
[3] wurde er am 25. Januar seines Amtes als Münsterprediger (Gehalt 250 Gulden) entsetzt.
[4] Am 1. Februar wurde eine Vesper abgehalten. Am 2. wurde ein französischer Priester [NN] von jungen Burschen aus der Kirche geworfen,
[5] und während H. in der Thomaskirche predigte, wurde sein Nachfolger im Münster Reinhard [Lutz] behindert.
[6] Seither haben die [Interimisten] trotz Schutzversprechen des Rates nichts Weiteres unternommen.
[7] H. ist für größere Zurückhaltung, damit nicht die vom Rat geförderte Beibehaltung des [evangelischen] Gottesdienstes in einigen Kirchen von Kaiser Karl unter dem Einfluß der Gegner verboten wird.
[8] Heute predigte H. in der Dominikanerkirche. Doch sehnt er sich nach dem Tod.