M. an Fürst Georg von Anhalt [in Merseburg]. - [Wittenberg], 13. Januar [1550]

[1] G. tut recht, nicht zur Wahl des Bischofs von Meißen zu gehen. Die Bischöfe sollten als Hüter der reinen Lehre die Ordnung herstellen. Der Streit um den Chorrock ist zwar unbedeutend, doch in Preußen kündigt [Andreas Osiander] den Kampf um wichtige Dinge an (darüber mündlich). Den adligen Domkapitularen geht es [bei der Bischofswahl] nicht um die Wahrheit und das Heil der Kirchen, sondern um ihre Machtpositionen. Gebet. M. blieb nur im Lande, um Schlimmeres zu verhüten.

[2] Heute wird [Michael Teuber], der Schwiegersohn des Benedikt [Pauli], promoviert. Nächste Woche wünscht [Katharina] Luther M.s Beistand in Verhandlungen über ihr Gut [Zöllsdorf] vor dem Leipziger ‚Präfekten‛ [Oberhauptmann Asmus von Könneritz, ⇨ 5720.2]. Anschließend kommt M. zu G.

[3] Er schickt u.a. ein Druckexemplar von G.s Predigt [⇨ 5699] und plant eine erweiterte Neuausgabe.

Fundort:
CR 7, 535f Nr. 4656. ‒ MBW.T 20.
Datierung:
Jahr wie 5712. Zur Bischofswahl des Nikolaus von Carlowitz am 15.1.1550 vgl. Pollet, Pflug-BW 3 (1977), 737-740 Doc.75.

Normdaten
Personen:

Carlowitz, Nikolaus von: GNDHagrid

Georg von Anhalt: GNDHagrid

Könneritz, Asmus von: GNDHagrid

Luther, Katharina: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Osiander, Andreas: GNDHagrid

Pauli, Benedikt: GNDHagrid

Teuber, Michael: GNDHagrid

Orte:

Meißen: GeonamesHagrid

Merseburg: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid