[Heinrich von Einsiedel: Erörterung und Anfrage an M.]. Dt. - [Gnandstein, 9. März 1549]

[1] E. hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Frondienste, besonders in seinen Dörfern Altmörbitz und Niedergräfenhain. Er kennt die unter seinen Vorfahren geschaffene Rechtsgrundlage nicht, wie er in seinen früheren Berichten [Kapp l.c. 279-284 Nr. 75 und 286-291 Nr. 77] anführte.

[2] Dagegen stehen:

[2.1] die Geringfügigkeit der Lasten,

[2.2] Luthers und Georg Spalatins Gutachten [Kapp l.c. 279-286 Nr. 75f und 291-296 Nr. 78],

[2.3] das Ärgernis, das durch den Fronerlaß andernorts erregt würde,

[2.4] der finanzielle Ausgleich, den E. in seinem Testament vorgesehen hat.

[3] E.s durch Röm 14, 20 verstärkte Skrupel werden besänftigt

[3.1] durch die Orientierung des Gewissens an Gottes Gebot,

[3.2] durch die Gutachten und das geltende Recht,

[3.3] durch den vorgesehenen testamentarischen Ausgleich,

[3.4] durch Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit.

[4] Bitte um Rat.

Fundort:
J.E.Kapp, Kleine Nachlese 1 (1727), 356-358 bei Nr. 90 [H1066]; vgl. F.R.Albert, Der Briefwechsel Heinrichs von Einsiedel (1908), 61 und 95 Hs.LV [H3032]. ‒ MBW.T 19.
Datierung:
Datum, Absender und Adressat: Beilage zu 5470.

Normdaten
Personen:

Einsiedel, Heinrich von: GNDHagrid

Luther, Martin: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Spalatin, Georg: GNDHagrid

Orte:

Gnandstein: GeonamesHagrid