Über die Gründung einer [Hoch]schule.
[1.1] Daß die hohe Blüte der [Universität Wittenberg] zerstört wurde, ist Strafe für mangelnde Gottesfurcht.
[1.2] Gegen das Wirken des Teufels müssen die Regenten Lehre und Zucht fördern.
[1.3] Ein Ersatz für die untergegangenen Universitäten [Wittenberg und Leipzig] ist notwendig. Problematisch sind die Möglichkeit [2] und das Wie [3].
[2.1] Die finanzielle Notlage.
[2.2.1] Die Lehre an der Universität wird ihre Herren in Schwierigkeiten bringen.
[2.2.2] Denn der Kaiser wird Unterwerfung unter das [Trienter] Konzil verlangen. [Hz. Moritz von] Sachsen, [Kf. Joachim II. von] Brandenburg, die [Hzz. Barnim XI. und Philipp I. von] Pommern, [Lgf. Philipp von] Hessen u.a. werden mit geringfügigen Zugeständnissen zufrieden sein. Der [Schmalkaldische] Krieg bezweckte nur die Niederwerfung des einzig widersetzlichen Kf. [Johann Friedrich] von Sachsen.
[2.2.3] Mit Gewalt werden durchgesetzt werden zumindest die bfl. Priesterweihe, die Zulassung von Privatmessen, bfl. Konsistorien.
[2.2.4] M. warnt davor, sich allein gegen den Kaiser zu stellen.
[2.3] Während andere [zu Berufende] lieber an großen Universitäten bleiben wollen statt an einer Hochschule in einer Kleinstadt, wird M. nur dadurch abgehalten, daß er weiterhin in die Tagespolitik publizistisch eingreifen will, aber die Hzz. seinetwegen nicht in Gefahr bringen möchte.
[2.4] Der [Augsburger] Reichstag ist abzuwarten, bevor man etwas Unmögliches beginnt.
[3.1] M. ist für Erhaltung der von [Kf.] Friedrich [dem Weisen von Sachsen] gegründeten Universität Wittenberg, was aber erst nach Abzug der Besatzung möglich ist.
[3.2] Für eine Neugründung in Thüringen sollen die bisherigen Wittenberger Dozenten nach Jena eingeladen werden.
[3.3] Wohnungen, 2000 Gulden für Besoldung, ein Kollegienhaus sind erforderlich, vor allem aber Eintracht der Professoren.