Nikolaus Gerbel an M. [in Wittenberg].
- [Straßburg, 5. Juli 1526]
[1] Auf dem [Speyrer] Reichstag beantragten die Bischöfe die Durchsetzung des [Wormser] Edikts, wogegen Jakob Sturm eine glänzende Rede hielt. Das Bekanntwerden der [Liga von Cognac] (Papst [Clemens] u.a. gegen den Kaiser) schadete jenen.
[2] Doch der Abendmahlsstreit beeinträchtigt die evangelische Sache; Franz Irenicus konnte Mgf. Philipp [von Baden] nicht zur Reform der Messe bewegen, sondern dieser verwies auf die Uneinigkeit der Straßburger.
[3] G. leidet unter seinem Beruf [als Advokat und Sekretär des Domkapitels]; er hoffte vergeblich, Straßburg würde wie Nürnberg eine humanistische Schule errichten. Grüße an M.s Frau und Kinder [Anna und Philipp].
Fundort:
Suppl. 6/1, 324f Nr. 481.
‒ MBW.T 2.
Datierung:
Datum: Gleichzeitig mit G.s Brief an Luther WAB 4, 99-101 Nr. 1028, worin G. auf diesen Brief an M. verweist (Zeile 22 und 41).