M. an Kg. Christian III. von Dänemark. Dt. Pr. Kolding, 16.2.1547. - [Wittenberg], 3. Februar 1547

[1] Obwohl Ch. zweifellos durch Melchior Kling über die Ereignisse im Reich unterrichtet wurde, hat M. für ihn eine Zusammenstellung gemacht [4577]. Zwar jubeln die geistlichen [Fürsten und Prälaten] über den Rückzug Kf. [Johann Friedrichs] von Sachsen und Lgf. [Philipps] von Hessen. Doch wird der Kaiser keinen Frieden zustande bringen, sondern die Städte Konstanz, Straßburg, Augsburg u.a. sowie [Hz. Ulrich von] Württemberg werden sich der Schweiz anschließen, so daß der Kaiser durch diesen [Schmalkaldischen] Krieg die Kirche und das Reich mehr gespalten hat als zuvor, wie M. befürchtete [⇨ 4323]. Gebet. M. bedauert, daß Ch. nicht zwischen [Kf. Johann Friedrich und Hz. Moritz von Sachsen] vermitteln kann, was auch das Reich befrieden könnte. Der Lgf. ist zum Frieden geneigt.

[2] Dank für 150 Taler, die der schwedische Ritter Christoph Andreas für Bugenhagen, Frau [Katharina] Luther und M. [⇨ 4543f], und weitere 200 Taler, die der Bote Slesier für dieselben und [Justus] Jonas [⇨ 4575] gebracht haben.

[3] Anbei ein Buch [von Justus Menius und M.] Von der Notwehr [⇨ 4510].

[4] Bugenhagen ist gesund und wünscht dem Kg. alles Gute.

Fundort:
CR 6, 381f Nr. 3729. ‒ MBW.T 16.
Datierung:
Außer der 1 erwähnten Beilage liegen bei diesem Brief M.s noch Zeitungen aus Konstantinopel vom Oktober 1546 [u.a.] und aus Nürnberg (CR 6, 384-386, jedoch nicht auf getrennten Blättern) sowie ein Mandat des Eb. Christoph von Bremen vom 15.1.1547 (CR 6, 385-388). Da der Präsentationsvermerk von M.s und Balthasar Klammers Zeitungen spricht, ist zumindest das bremische Mandat von dem lüneburgischen Kanzler überschickt worden, über den anscheinend die Sendung M.s lief, was angesichts 4555 nicht verwunderlich ist. Die Zeitungen aus Konstantinopel und Nürnberg dürften jedoch in Wittenberg zusammengestellt worden sein. Ihr Inhalt: [1] Heerzug des Sultans ab 18.10.1546, auch in Kronstadt bekannt. [2] [Chaireddin] Barbarossa gestorben; Flottenbewegungen. Landesverrat des [N.] von Roggendorf. Gerhard Veltwyk, Gesandter des Kaisers und Kg. Ferdinands in Konstantinopel. Dies aus Venedig gemeldet. [3] Aus Nürnberg: Der Kaiser krank in Heilbronn; dort Teuerung. Am 13. Januar zog der Kaiser von dort Richtung Ulm. Verhandlungen mit Straßburg.

Normdaten
Personen:

Barbarossa, Chaireddin: GNDHagrid

Bugenhagen, Johannes: GNDHagrid

Christian III. von Dänemark: GNDHagrid

Christoph von Braunschweig, Eb. von Bremen: GNDHagrid

Ferdinand: GNDHagrid

Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen: GNDHagrid

Jonas, Justus: GNDHagrid

Karl V., Kaiser: GNDHagrid

Klammer, Balthasar: GNDHagrid

Kling, Melchior: GNDHagrid

Luther, Katharina: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Menius, Justus: GNDHagrid

Moritz von Sachsen: GNDHagrid

Suleiman, Sultan: GNDHagrid

Ulrich von Württemberg: GNDHagrid

Veltwyk, Gerhard: GNDHagrid

Orte:

Kolding: GeonamesHagrid

Konstantinopel: GeonamesHagrid

Nürnberg: GeonamesHagrid

Venedig: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid