Veit Dietrich an M. in Wittenberg. - Nürnberg, 25. Juni 1546
[1] Soldatenwerbung in Nürnberg für die [Schmalkaldischen] Fürsten; zuvor Verkauf von Schießpulver an die Kaiserlichen, das gestern durch Eichstätter Fuhrwerke abtransportiert wurde. Der Kaiser schrieb durch [Nikolaus] von Könneritz, es gehe ihm nicht um die Religion, sondern um die Brechung von Widerstand.
[2] D. betet für seine Ratsherren, die ihn nun meiden. Soweit es seine Krankheit erlaubt, setzt sich D. für die Gemeinden [des Schmalkaldischen Bundes] ein. M. soll schreiben.
[3] In Regensburg rückten am 21. Truppen aus Abbach ein. Doch läßt der Kaiser Stadt und [evangelische] Gemeinde unbehelligt, wie [Hieronymus] Nopp schreibt. Österreich und Ungarn sind schutzlos den Türken preisgegeben; Spott über Kg. Ferdinand; 150 Wagenladungen aus Böhmen nach Regensburg. Die italienischen Truppen werden von Kardinal [Alessandro] Farnese befehligt.
[4] Gerücht von der Gefangennahme des Mgf. Albrecht [von Brandenburg-Kulmbach] durch seine Untertanen. Die fränkische Ritterschaft verweigert dem Kaiser die Heerfolge. Bf. [Melchior von Würzburg] will sie umstimmen [⇨ 4316.6].
Fundort:
C.Krause, Melanthoniana (1885), 91f Nr. 16a [H*2306].
‒ MBW.T 15.