M. an Justus Jonas [in Halle]. - [Wittenberg, 20. April 1546]

[1] Als [Justus] Jonas d.J. gestern abgereist war, kam der Bote [aus Halle], der durch Überschwemmung aufgehalten worden war. Den Brief [des J.] an seinen Sohn schickt M. ungeöffnet zurück.

[2] Die von J. gewünschte Abschrift des Gutachtens [der Wittenberger Theologen: Kawerau, Jonas-BW 2, 193f Nr. 800] kann M. nicht schicken. Es lief darauf hinaus, daß [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] den [Eb. Johann Albrecht von Magdeburg] ermahnen sollte, für die Ungestörtheit der [evangelischen] Gemeinden [in Halle] so zu sorgen, wie es J. verlangt hat [vgl. Kawerau, l.c. 2, 191 Nr. 796]. Zwingen konnte er ihn nicht. Erst bei einem Mißerfolg will man weitere Maßnahmen beraten.

[3] M. verlangt vom Hof nichts Unmögliches. Er hat sich seit langem an Knechtschaft gewöhnt und erblickt in der Sammlung der Kirche inmitten der Bösen ein Wunderwerk der Barmherzigkeit Gottes.

Fundort:
CR 5, 559 Nr. 3101. ‒ MBW.T 15.
Datierung:
Datum: M. referiert aus dem Gutachten Bugenhagens und Crucigers (zur Verfasserschaft vgl. W.Delius, Die Reformationsgeschichte der Stadt Halle, 1953, 101f mit Anm.133). Er spricht also von den Verhandlungen über die Religionsfreiheit der Stadt Halle, die von 5. bis 13. April 1546 in Wittenberg stattfanden (⇨ 4219). Nach Rückkehr der Hallischen Gesandten (⇨ 4231) wollte offenbar J. die Stellungnahme der Wittenberger kennenlernen. Sein (verlorener) Brief kam mit Verspätung am 19. an, wie durch Kombination von 4239 mit 4244 erschlossen werden kann, und wurde am Tag danach beantwortet.

Normdaten
Personen:

Bugenhagen, Johannes: GNDHagrid

Cruciger, Caspar: GNDHagrid

Johann Albrecht, Mgf. von Brandenburg, Eb. von Magdeburg: GNDHagrid

Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen: GNDHagrid

Jonas, Justus: GNDHagrid

Jonas, Justus d. J.: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Orte:

Halle: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid