[1] R. hat M. beim Regensburger Religionsgespräch [1541] kennengelernt [⇨ 2844.1]. Der Überbringer Crispinus [Wolfgang Krause], oberster Lehrer an der städtischen Schule in Straßburg, reist in seine Heimat [Halle] und nach Wittenberg. Deshalb bat ihn R., ihm einen Präzeptor für seinen elfjährigen Sohn zu vermitteln, den dieser später nach Frankreich und Italien begleiten soll.
[2] R. zweifelt mit [Johannes] Regiomontanus, ob die in [Johannes] Schöners De iudiciis nativitatum libri tres [⇨ 3978] für Horoskope geforderte Ausrichtung der Himmelshäuser nach den Polen des Zodiakus richtig ist, und befragt M. darüber.
[3] R. ist seit 20 Jahren krank und mußte deshalb sein Amt als Bürgermeister in Augsburg aufgeben; eine Kur mit Schwefelwasser in Abano Terme bei Padua half nichts; um neuen Verpflichtungen zu entgehen, übersiedelte er nach Straßburg. Hier verkehrt er mit seinem Vetter Jakob Sturm und anderen vornehmen Verwandten.
[4] Trauer um Luther und Klage über die geringe Bildung und Frömmigkeit der Jugend.
[5] Der Kaiser ist unterwegs von Luxemburg über Speyer nach Regensburg. Nach dem Reichstag will er Algier belagern. In Genua und Spanien werden Schiffe für die Überfahrt nach Afrika gebaut. Im Krieg zwischen [Kg. Franz I.] von Frankreich und [Kg. Heinrich VIII.] von England kamen Tausende um. Frankreich wird Boulogne schwerlich halten. In Italien beunruhigt Hz. [Philibert Emanuel] von Savoyen Frankreich in Piemont. Zwischen dem Kaiser und Frankreich erwartet man einen Waffenstillstand. Ungarn lehnte einen solchen mit den Türken ab. Das Regensburger Religionsgespräch wurde ausgesetzt. Der Kaiser hat an Gf. Wilhelm [von Fürstenberg] geschrieben, sich bereitzuhalten. In Konstantinopel oder in Pera gab es einen großen Brand, in Siena einen Aufstand Adliger.