[1.1] Perikles und die Sonnenfinsternis [Plutarch, Per. 35].
[1.2] Trotz der Beispiele aus allen Zeiten werden die von Gott in der Natur gesetzten Vorzeichen mißachtet. Doch wie bei allen Wissenschaften einschließlich der Theologie muß man sich sein Urteil nicht aus den Meinungen ihrer Verächter, sondern aus sicheren Gründen bilden.
[1.3] Bei der Sternkunde sind zwei Teile zu unterscheiden: die [Astronomie] zeigt die Gesetze der Bahnen, die weissagende [Astrologie] die Wirkungen und Bedeutungen der Sterne. Sogar die erstere wird verachtet.
[1.4] Doch ist sie von Gott geboten, u.a. weil die Chronologie für die Kenntnis der Heilsgeschichte unerläßlich ist.
[1.5] Sie abzulehnen, ist mehr als barbarisch.
[1.6] Ferner weist sie auf den Schöpfergott.
[1.7] Sie umfaßt viele andere Wissenschaften und ist Grundlage der Geographie.
[2] Die [Astrologie] wird von vielen Gelehrten angegriffen,
[2.1] namentlich in der Sammlung des [Giovanni] Pico [della Mirandola], wogegen sich [Lucius] Bellantius u.a. wandten.
[2.2] Galen über den erfahrbaren Einfluß der Sterne,
[2.3] den zu bestreiten sophistisch wäre (Anaxagoras). Doch sind die schon von Ptolemaios aufgezeigten Grenzen zu beachten.
[2.4] Die Sterne und das Wetter.
[2.5] Die Erbanlage eines Menschen und seine Geburtskonstellation.
[2.6] Es geht also um Teilursachen, um die Beobachtung göttlicher Werke, nicht um Aberglauben und unbegründete Weissagung.
[3.1] Weitere Ursachen menschlicher Handlungen sind der Wille (Caesar),
[3.2] Gott, den man anrufen soll, da er unabhängig von anderen Ursachen das Gute bewirken kann (David),
[3.3] und der Teufel (Nero, Saul, Ödipus).
[4.1] Die Bedeutung dieser Erkenntnis für die Ethik.
[4.2] Was Jeremias [Jer 10, 2] und Christus [Luk 21] über Vorzeichen sagen, bietet Trost.
[4.3] Gott kann die Drohungen der Sterne abwenden.
[4.4] Die Handlungen sollen durch den Beruf, nicht durch die Sterne bestimmt werden (Pompeius).
[5] Zusammenfassung.
[6.1] Widerlegung des Basilius [MPG 29, 132D], der die Erbsünde und den Willen (Nero) nicht beachtet.
[6.2] Gegen das sokratische Nichtwissen hält M. an gesicherten Erkenntnissen fest, so daß aus den Wirkungen der Sterne, die zugegebenermaßen nur spärlich und unsicher nachgewiesen werden, Schlüsse für das Leben und die Zukunft gezogen werden können,
[6.3] betont aber die sündhafte Unzulänglichkeit des Menschen und die Erkenntnis Christi.
[6.4] Obwohl Pindars Wissenschaftsoptimismus [fr. 209 Snell, aus Stobaios II, 1, 21] nicht zutrifft, soll man sich an der von Gott erlaubten [Astrologie] erfreuen.
[7] Lob des Johannes Schöner und Empfehlung seines Werks.