[1] Schwierigkeit der Briefbeförderung (Kontrolle der Kaufleute).
[2] Papst [Paul III.] will nach Bologna, hat einige [Konzilsväter] auf den 25. März nach Trient befohlen,
[3] konferiert bis in die Nacht über die Erhaltung der Macht auf dem Konzil und gegen die [Protestanten], hat gestern 13 Kardinäle ernannt.
[4] Empörung der zum Martyrium bereiten [italienischen Protestanten wie P.] über diese Korrumpierung des Konzils, wodurch der Kaiser und die Könige von der Feststellung der Wahrheit [durch ein Religionsgespräch] abgehalten werden sollen. Das Urteil darf nicht den Bischöfen überlassen werden, die vom Papste abhängen.
[5] Außer einigen wenigen in Deutschland, der Schweiz und Italien sind alle Bischöfe unchristlich und werden nur ihre Tyrannei verteidigen,
[6] lehnen daher eine Beteiligung des Kaisers und der Könige ab.
[7] P. rät, das Konzil zu beschicken [WAB Z.68 ist ‚non‛ vermutlich zu tilgen], sofern die Türken Frieden halten, jedoch gegen den Anspruch der korrupten Bischöfe beim Kaiser und allen Regenten auf Einhaltung der alten Gesetze zu dringen, wonach niemand Richter in eigener Sache sein darf,
[8] und zu ihrer Entlarvung den Grundsatz cui bono anzuwenden.
[9] Wie schon früher teilt P. seine und seiner Freunde Überlegungen mit, die nun auch die Autorität der Bischöfe berücksichtigen, hinsichtlich der Auswahl der Konzilsteilnehmer und
[10] der Verfahrensweise.
[11] Da die Italiener keine entsprechende Möglichkeit haben, bittet P., daß die Schweizer den Kg. [Franz I.] von Frankreich, die Deutschen den Kaiser und beide den Kg. [Heinrich VIII.] von England für diese Vorschläge gewinnen,
[12] zuvor aber ihre Streitigkeiten beenden
[13] und mit diesem Gewicht bei den Nationen und Regenten das reine Konzil bewirken.
[14] Bitte um Weiterleitung dieses Briefes, der durch verschiedene Boten an C. und an B. abgeht. Empfehlung des Bernardino Ochino.