[1] Befriedigt berichtet C. über die Ereignisse der letzten Tage: Seine Schwester [NN] war Nonne im Bamberger [Dominikanerinnen]kloster [zum Heiligen Grab] unter der Priorin [Barbara] von Schwarzenberg.
[2] Am 8.11. besuchte er sie mit seinem Vater [Johannes Kammermeister] und sprach zu den Nonnen über ihren Stand.
[3] Am 13.11. brachte ein Bote Briefe des [Johann] von Schwarzenberg an seine Tochter und an den Bf. [Weigand] von Bamberg [vgl. WAB 3, 406f Nr. 809; G.Seebaß, Bibliographia Osiandrica, (1971), 24-26 Nr. 6] und an seinen Sohn Paul von Schwarzenberg. In der Nacht [zum 14.?] gelang seiner Tochter und fünf weiteren Nonnen, darunter [Anna] von Heideck und Lazarus Spenglers Schwester [Martha], die Flucht.
[4] C.s Schwester wurde das Kloster anvertraut. Sie rief [am 14.?] ihren Vater und C. und bat um Befreiung,
[5] die mit Hilfe von Michael [Roting], dessen Verwandten [Johannes Seiler?] und vor allem des Bruders [Hieronymus Kammermeister] nach Schwierigkeiten
[6] am [16.?] mit Gewalt gelang. Nach zwei Tagen Aufenthalt in dem vom [Bamberger] Bf. [Georg] von Limpurg dem Bruder geschenkten Landgut wurde sie ins väterliche Haus gebracht. Dann [am 20.?] stellte Bf. [Weigand] den Bruder [Hieronymus] zur Rede. Joachim C. will die Verantwortung allein übernehmen.
[7] Über die Karlstadtianer schrieb wohl Michael [Roting]. Die sogenannten Propheten sollen auch in Nürnberg Anklang gefunden haben. Thomas [Müntzers] Schmähschrift [Hochverursachte Schutzrede: Th. Müntzer, Schriften und Briefe, hg. v. G.Franz (1968), 321-343] wird verbreitet. Martin [Reinhard] hielt sich in [Bamberg] einige Nächte verborgen und verkaufte ein Buch über die Gelübde des Antichristen, ging dann nach Nürnberg, wo er sich von Karlstadt distanzierte. C. grüßt M.s Frau, Tochter [Anna] und Familie.