M. an Daniel Stibar in Würzburg.
- [Wittenberg], 10. April [1544]
[1] Das Wissen um die göttliche Vorsehung wird St.s Urteil über [die Reformation] und über M. dahingehend beeinflussen, daß er nicht nur an den bedauerlichen Auswüchsen Anstoß nimmt, sondern die gottgegebene Lehre erkennt.
[2] M. seinerseits findet die Kirche nicht nur in seinem eigenen Lager, sondern bei allen Gutgesinnten, auch wenn ihnen die Wirkung verwehrt ist. Als einen solchen verehrt er St.,
[3] dem er sich und den nach Würzburg reisenden Joachim [Camerarius] empfiehlt.
Fundort:
CR 5, 90f Nr. 2682.
‒ MBW.T 13.
Datierung:
Jahr: Nicht vor Camerarius' Übersiedelung nach Leipzig (⇨ 2833), denn er sollte diesen Brief überbringen. 1542 scheidet wegen der akuten Wirren um Wurzen aus (⇨ 2932ff). 1543 kam Camerarius gerade um diese Zeit von einer längeren Reise zurück (⇨ 3224.1). 1544 schrieb M. am 9. April über dessen Reise nach Würzburg (3510f), die allerdings damals nicht stattfand. 1545 ist eine längere Reise des Camerarius im April nicht wahrscheinlich. In die späteren Jahre paßt 3512 wegen der veränderten religionspolitischen Lage nicht so gut, und zum größeren Teil sprechen auch Indizien aus dem Briefwechsel mit Camerarius dagegen.